Dienstag, 4. August 2026

Briefe von der MS Europa





 17.12.76       (12.00)

Liebe Uschy

Wir sind jetzt am proben mit Tenzern und zwischen 2 Schritten schreibe ich paar Zeilen.

Jetzt bin ich wieder in mein Zimmer 1 Stunde Pause.

Viel Arbeit. 3-4 mal täglich spielen.

Das Flugzeug nach Genua ist nicht geflogen "Not Flaing". Nach 2 Stunden, oder 3 Stunden ganz genau mit Autobuß sind wir nach Genua gefahren, und um 02 war ich an Bord.

Ich wollte dich anrufen, aber das wahr unmöglich. Das Schiff ist ein "Alte Bodega", klapat laut uzw. Wie ein Lokomotive und süttelt uns. Die Verpflegung ist auch nicht mehr so gut wie es damals war. Na, warten wir ab.

Wegen Zeitmangel  höre ich auf, damit vielleicht diesen Brief noch heute auf's Land geht.

Ich grüße dich recht herzlich und auch Dein Familie.

                                                                                              Gyula


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Hallo Uschy!

Es ist der 24.12.76. Also Heilige Nachmittag 12.30h.

Zwiesen Afrika und Südamerika. 

Jetzt probt ein Kammerorkester, so habe ich Zeit zu schreiben.

Gerade war ich in Insel. Ich habe auch ein Karte für dich geschickt, hoffentlich habe ich in richtige Eimer geworfen. Wöchentlich 2 mal leider kann ich nicht schreiben, weil leider jetzt z.B. mehrere Tage sind wir unterwegs. Aber werde ich von jeder Land Bilder schicken. Wenn es möglich ist.

Der ganze Job ist nicht so wie es aussah. Viel viel Dienst, Probe, Verranstaltungen. Das Schiff ist vollbesetzt, ganz bis zum Ende. Scheinbar werde ich kein Einkaufsmöglichkeiten haben, weil wir fahren nicht nach Florida, nur zu Inselwelt, welche nicht billiger sind als Deutschland. Vielleicht in Suezkanal. Werden wir sehen - sagte der Blindemann.

Jetzt fahren wir ganz ruhig, rundrum ist nur Wasser. Columbus hat das gleiche gesehen. Er hat die Hoffnung gehabt das irgendwas kommt in den nächsten Tagen, aber wir wissen dass erst nächstes Jahr gibt es Land zu sehen. Dafür haben wir aber genug Trinkwasser und Fleisch in Schiff. 

Zur Weihnacht: Hoffentlich der OB hat schon die Kasette aus Ungarn bekommen und Du hast ein gutes, schönes Fest, festes Boden unter Dir. Ich wünsche Dir, Euch alles Gute und Happy Neu Jahr.

         Gyula
















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Liebe Uschy!

Viel nicht passiert aber habe ich einige Minuten.

Leider bin ich am fallschen Dampfer. Es gibt Amerikanische und Deutsch Reise. Dies ist eben die Deutsche.                                     
                                                                                                              
Kein Englisch, kein Kauf usw. Schicksal.   :-) 
Viel Arbeit, Probe.
Da gegen haben wir 2 Alleinunterhalter welche leben wie König. 
Ich glaube daß war meine letzte Kollektivtätigkeit.

Wenn du noch kein Päckchen geschickt hast, dann soll bitte weiter hin keinen schicken. Ich habe hier alles was ich brauche. Und kann ich auch kaufen.
Es ist nur immer Wasser rund-rum. Salzwasser. Und ruhig allerdings jetzt noch.

Ich habe - scheinbar - etwas abgenommen, und trinke kein Alkohol. Das Übergewicht (das verlorene) fehlt mir nicht aber vielleicht das andere. Tee und Kaffee. Und jetzt kann ich etwas essen gehen.

                                                             Bis bald.
                                                                                                               Gyula
                                            Schönen Grüß an Allen.































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30.12.76
Uschylein!

Soeben habe ich deinen Brief erhalten und ergere mich darüber daß Du 5 und ich 3 Treffer haben. Dann nächstesmahl.

Das Du Autounfall gehabt hast, daß ist ein Jama. 20! Nein So ein Jama! Arme Uschy.
Wie ich dein Zeichnen gesehen habe, dachte ich, ein Schildkröte wurde überfahren.
Aber jetzt kannst Du schon ein neues Auto bekommen von vielen Schmerzengeld.
Ich würde bestehen an neues Auto. Der Mercedesfahrer hat noch immer Glück gehabt.
In den Autopapieren steht nachher drinn das ist Unfallwagen oder muß beim Wiederverkauf angeben.
Du muß es schon wissen. Du bist eine "alte Boilensammlerin".
Gute Besserung!!!!

Ich hoffe daß alle meine Sendungen angekommen sind (Briefe, Karten) und während Du in Bischofsgrün gefeuert hast, hast auch an meine Überweisung nach ungarn gedacht.
Ich währe sehr Dankbar für gelegentliche Berichten über meinen Kontozustand. 
(Nach 76)
Wie ich hier höre, wir bekommen viel mehr Geld als ich gerechnet habe. So ungef. + 1 Monatsgehalt nach 3 Monaten. Ich hoffe daß es reines Wahrheit ist. 

Vielen Dank für den OB. natürlich auch Dich und wünsche euch alle alles Gute und Happy Neujahr. 

Es ist noch mit dem Englisch nicht perfekt. kein Wunder, hier (Martinique) die Negern sprechen Französisch.
Nächste ist nicht Bahamas, sondern Barbados.

Damit bin ich am Ende meines Kraftes.
Der Geisteimer ist ausgelert.

                                                        Grüße dich recht herzlich
                                                                             dein Gyula
PS.   Gute Fahrt!

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1.1.77

Uschylein!

Sylvester ist hinter uns. Gott sei Dank. Ich habe heute auch ein Brief von Dir bekommen.

Jetzt sind wir in ein ganz primitive Insel - St. Vincent.
Ein steht fest. So warm Sylvester habe ich noch nie gehabt. Non-stop Show ab 20-02. Alles mögliches in Programm. Der Kommissar von Saarbrückener Krimiserie ist der Konferanse, und von Opernsänger bis einheimische Faierschlucker oder wie es heisst.
In Afrika soll es noch heisser sein und Indien noch schlimmer. 

Vielleicht in Jamaika gibts Instrumente, nur weiß ich noch nicht wieviel Geld ich aufnehmen kann. Es ist die einzige Hoffnung. Sonst überall Armut.
Leider ist es tatsächlich der falsche Dampfer.

Das Fotoapparat leider nicht funktionsfähig, es muß repariert werden. Schon in Deutschland war die Zähler kaputt. Leider sehe ich kein Möglichkeit um reparieren zu können. 
Vielleicht werde ich ein ganz billig Apparat kaufen, aber erst nach Jamaika.
Diese Inselwelt werd von mir nicht fotografiert.

Übrigens: Prost Neujahr! So trocken noch nie gefeuert. 1 Glas Bier und 1 Glas Sekt die ganze Nacht. Heute bin ich gar nicht traurig darüber.
Heute abend ist ganz wenig Dienst vielleicht trinke ich paar Gläser auf dein Wohl.
Hier ist ein kleines Preisbeispiel: 1 Krug Beckbier 0,5 DM (50 Pf.)
                                                       1 Schachtel Zigarett 1,10 DM
                                                        Kaffee, Tee ist kostenlos.
Also, billiger kann nicht sein.
1 Flasche Hausmarke Sekt 5 DM Ungef. Ravenna Qualität
Ich habe noch 250 $ und das italienische Geld. Wie Du siehts lebe ich recht sparsam, damit ein schön Synthesizer kaufen kann.
Ich bin am Jagd nach Instrumenten in jeden Stadt. Machs gut, bis bald
                                                                                              O. Gyula


                                                                                                        











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Port of Spain, 3.1.77

Liebe Uschy!
Ich habe Deinen Brief vom 24.12.76 heute erhalten und ich wundere mich warum Du noch immer keinen Brief von mir bekommen hast. Es kommt aber bald, bestimmt.
Wir wohnen zu Zweit in einem Kabiene. Mein "Wohnkamerad" ist netter eltere Herr, raucht nicht, trinkt nicht viel und sehr ordentlich. 

Das Schiff ist -zu Vergleich mit der HANSEATIC - eine "Proletschiff". Das Milliö auch.

Die Inselwelt welches wir besuchen sind ganz wild, ich glaube sogar daß manchen Festtagen gibts noch Menschenfleisch auf der Tisch als Delikatess. 
Und überall zu warm.
Für diese Erlebnisse würde ich keinen Pf. ausgeben.

Ich habe noch nichts gekauft, und ich glaube es bleibt auch so. Nur in Amerika lohnt etwas kaufen, und dahin gehen wir nicht. So ist es bis heute, vielleicht endert sich es noch. 
Ich war eben in die Stadt, und jetzt 14.20 werde ich ein bisschen hinlegen weil heute abend müssen wir an Deck spielen, natürlich ab und aufbauen.

Soviel für Heute   Tschüss, Gyula
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4.1.77 (unterwegs)

T. Uschy!
Wir sind unterwegs nach La Guaira/Venezuela.
Morgen früh kommen wir an. Ich war schon mehrmals dort gewesen mit der HANSEATIC.

Heute habe ich 300$ aufgehoben, könnte mehr auch, aber ich denke an mein Konto in Bischofsgrün.
Jetzt habe ich 500$. 
Gestern habe ich ein Hemd für 8$ und eine Steel Band 20$ gekauft. Es ist von Fass gemacht hat 2 Schläger und richtige Melodien kann man mit spielen. Habe von schwarze "Musikant" gekauft.
Jetzt ist 19.5, viertel vor 20 uhr ein Party .
Natürlich Smoking und 30°.

5.1.77.
Du kannst sehen daß ich fast jeden Tag schreibe dir etwas. 
Jetzt haben wir Caracas hinter uns und in 1 Stunde fahren wir ab 35° in Schatten.
Ich habe heute ein Fotoapparat gekauft für 35$ , "Vivitar 402" aus Japan. Mit Blitzausröstung. Klein, einfach, leicht und vielleicht macht schön Bilder auch.
Und jetzt Adiö Caracas. Olé! Tschüss!!!!

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Jamaica 9.1.77
Uschylein!
Wir sind gestern angekommen und ich habe ein TEAC-A 2340 - 4 chanel Studiogerät gekauft für 650 US $. Ist es gar nichts?

Heute nachmittag fahren wir weiter und haben voll Programm. Ich glaube die nächsten Tagen müssen wir viel arbeiten. Es ist schon die 2. Reiseprogramm. Fast 3 Wochen sind vorbei . Ich freue mich schon auf Festland, und Winter. Die Ercondition ist sehr schlecht, immer 30° ist auch nicht schön. 

In Jamaica habe ich mich so gefühlt wie in Cowboyfilm. Die altmodischer Häuser sind wie abgebrannte Mexikanische Häuser aus einem Cowboyfilm. 

10.1.77 Haiti
Warm. Pleite. Aber mein TEAC schaut mich glücklich an. Oder umgekehrt.

Ich denke du bist mit dein Käfer unterwegs nach Österreich. Wir fahren auch bald nach Puerto-Rico.
Das wäre die letzte Schans noch Synthesizer zu kaufen, aber erst 16.te gibts Geld. In Indien gibt es nur Elefantenknochen zu kaufen.
Oke, ich höre auf, es gibt kein neues. 
Haiti ist große Sch.....e.
Eigentlich könnte ich schon ruhig nach Hause, und schöne Aufnahmen machen.
Denks an mein Orgelreparatur? Oke.
T. Uschy ich grüße dich recht herzlich und natürlich die ganze Familie.
                                                                                                 O.Gyula

PS. Jetzt 18.30, 10.1.77 habe ich deinen 7. Brief bekommen und du müsstes schon auch von mir etwas bekommen haben.
Das ist sehr bedauerlich, das Herr Möllmann so schlechte Kapelle hat, und ich hoffe  daß die nächste Duo noch schlechter werd, damit endlich bekomme ich mein 4.500 DM

                                                        Tschüss! Viel Spass in Ungarn!




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Donnerstag, 12. Oktober 2017

DER PLACEBO-EFFEKT

DER PLACEBO-EFFEKT
Untertitel: ich glaub ich spinn...!?

Wie viele wissen bin ich seit letztem Jahr (dem 7. Mai 2016) von der Zigarette auf die e-Zigarette umgestiegen.

Da ich ein ganz schön heftiger Raucher war habe ich mir ein 18er (Nikotin!) liquid besorgt und tatsächlich - ich rauche nicht mehr! Die "echten" Zigaretten schmecken mir nicht mehr. Juhuuu!
Mein Körper kriegt zwar weiterhin sein Nikotin - aber alle anderen Stoffe die noch in der Zigarette sind, bleiben ihm (und mir) erspart.
Von der Geldersparnis ganz zu schweigen!
Meine Atmung hat sich verbessert, meine Haut ist viel schöner geworden, mein Geruchssinn - wow! es stinkt nicht mehr in der Wohnung, es stinkt nicht mehr im Auto, auch meine Haare und Klamotten stinken nicht mehr, und dabei keinerlei Entzugserscheinungen! einfach nur super! oder? .... oder?
Als im Frühling dieses Jahres die EU in ihrer UNERGRÜNDLICHEN Weisheit beschloss dass das Nikotin-liquid nicht mehr in Liter-Flaschen verkauft werden darf sondern nur noch in lächerlichen 10ml-Fläschchen habe ich mir (zur Vermeidung von Hunderten von Plastikfläschchen im Müll) fünf Ein-Liter-Flaschen Liquid besorgt: 4 davon mit 18er Nikotin, 1 ganz ohne Nikotin, weil mir immer wieder geraten wird, dass ich das Nikotin vielleicht ein bisschen herunter verdünnen könnte.
Dies hab ich bisher noch nicht gemacht, sondern fleissig mein hochdosiertes Nikotin geraucht - glücklich dass ich von der Zigarette los bin! - und das ganz ohne Entzugserscheinungen, ohne Schmacht, ohne nix.
"Soweit - so gut" (sagte der Mann der vom Hochhaus sprang als er am 5. Stockwerk vorbei flog!!)
Also ich mir vorgestern wieder einmal mein kleines Fläschchen Liquid + Aroma- (Cappuccino mit ein wenig Minze ist MEIN persönlicher Favorit) zurechtgemischt habe - da hatte ich ganz zufällig meine Brille auf der Nase und ganz zufällig fiel mir das Etikett der Flasche ins bebrillte Auge.
und was seh ich da??? KEIN Nikotin!!!!
Da hab ich doch seinerzeit tatsächlich die Null-Nikotin-Flasche geöffnet , und dampfe seit Monaten (!!!) Propylenglycol (60%), Glycerin (30%), Wasser (10%) mit Cappucino/Minze- Geschmack! und das ganz ohne Entzugserscheinungen!
Da hab ich mir doch glatt ganz unfreiwillig und ohne es zu bemerken das Rauchen abgewöhnt!!!
einfach nur super! oder? .. oder??
Tja, es wäre wohl super ... hätte ich es denn auch weiterhin nicht bemerkt!
Denn seit ich es weiß ... seither habe ich Schmacht! und wie!!
Dieses Gezutzel an der e-Zigarette befriedigt mich ja ganz und gar nicht mehr, seit ich weiß dass da kein Nikotin drin ist ...
aus lauter Frust hab ich dann gestern erstmal eine richtige Zigarette geraucht. Bääh die stinkt und schmeckt mir überhaupt nicht mehr!!!
und nun??
nun bin ich erstmal frustriert!
oder: ....... ich spinn!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

(PS: nicht zur Nachahmung empfohlen! und wenn doch - dann lasst die Brille weg!!!)

Freitag, 15. September 2017

die Marie

Maria Schindler 
geboren am 16. September 1912
gestorben am 8. Juni 2012






zum Vergrössern der Fotos - bitte einfach drauf klicken!

  Marie, Jahrzehnte ein Teil der Familie Schlichtinger,

war alles gleichzeitig für mich und meine Schwester:
Ein bisschen Mutter, ein bisschen Oma, ein bisschen Freundin, und in den letzten Jahren für mich auch ein bisschen Kind.


Meine Eltern haben sie von meiner Grossmutter geerbt, und ich sie wiederrum von meinen Eltern.

Sie war einfach schon immer da. Alle meine Kindheitserinnerungen - Marie ist immer dabei.

 Topfit  war sie bis zu ihrem 96. Lebensjahr.

Erst 2 Oberschenkelhalsbrüche innerhalb von wenigen Monaten haben ihrem Arbeitsdrang 2008 ein Ende gesetzt, aber sie war auch weiterhin bei allen Unternehmungen dabei.

2009 in Bischofsgrün




Auf meiner Hochzeit in Bischofsgrün,

auf der Dult in Regensburg,

bei allen Familienfeiern

2012 Ostern in Rumänien

und
noch in 2012 in Rumänien!


Für alles hat sie sich interessiert, alles wollte sie immer ganz genau wissen, wo immer sie konnte hat sie ausgeholfen. Und wenn wir selbst manchmal nicht mehr wussten was zu tun ist, dann hat sie sich hingesetzt und für uns gebetet!

Wenige Monate vor ihrem 100.ten Geburtstag hat sie der liebe Gott zu sich geholt.


Marie war das letzte lebende Bindeglied zu meiner "Stammfamilie" - sie kannte alle Menschen, die mir, uns, jemals wichtig waren, sie war bei allen Erlebnissen dabei, sie hat alle Höhen und Tiefen mit uns gemeinsam durchlebt und durchlitten.

Marie, wir haben dich nicht vergessen!


Sylvester 1959 mit meinen Grosseltern

Weihnachten 1961 mit Opa, meiner Schwester und mir

Weissensee 1963 Familienurlaub

1979 mit mir in Ungarn

1979 im Familienkreis
1987 - Marie und die 4. Generation Schlichtinger

1992 auf Sylt mit Mutti und Monika

 
1992 mit meiner Mutter - nach einem Hubschrauberflug (!)über Berlin

2007 in meiner Küche in Kallmünz
16. September 2011 - der 99.te Geburtstag
Marie - immer ein Teil von uns!

Dienstag, 24. Mai 2016

In der Spiegelgasse 5 ....

Monika (links) und ich - ca 1959





Meine kleine Schwester Monika und ich
wir sind in der Spiegelgasse 5 aufgewachsen









zusammen mit jeder Menge Grossmüttern, und einigen Grossvätern.







Die Spiegelgasse 5, die mein Vater von seinem Vater und der vorher von seinem Vater geerbt hatte, war schon in den 50er und 60er Jahren nicht unbedingt das Nonplusultra an Luxus.
Es gab eine einzige Toilette auf jedem Stockwerk und ... kein Bad!

In den Nachkriegsjahren wurden die Zimmer (nur teilweise waren es richtige Wohnungen) sehr billig vermietet an Flüchtlinge und andere Personen die durch den Krieg obdachlos geworden waren - und sie alle blieben!



Meine Eltern waren die einzige "junge" Familie und wir beide die einzigen Kinder im Haus - und zuhause waren wir nicht nur in unserer Wohnung sondern von Parterre bis zum 3. Stock überall!


Einmal war da meine "echte" Grossmutter, Margarete, die Mutter meines Vaters, die zusammen mit ihrer unverheirateten Tochter Friedl Schlichtinger (meiner Tante) eine eigene Wohnung im 2. Stock - also auf der gleichen Etage mit uns bewohnte.
Die beiden hatten ein gemeinsames Wohnzimmer, und jede ein Schlafzimmer. Küche und Toilette waren auf dem Flur.
und auf der gleichen Etage wohnten auch wir - in immerhin 4 Zimmern mit eigener Küche - und dank meinem "echten" Opa (dem Vater meiner Mutter) der von Beruf Schreiner war, hatten wir sogar einen kleinen Balkon in den Hinterhof - und der grösste Luxus! - ein Badezimmer! (allerdings ohne Toilette, das wäre aufgrund der zu verlegenden Abflussrohre ZU aufwendig gewesen)
v.l.n.r.: Tante Friedl, meine Mutter, mein Opa, Marie, meine Oma (v. hinten)


Ein Stockwerk höher hatte unsere Marie, das Dienstmädchen meiner Oma (von der ich an anderer Stelle schon oft geschrieben habe) ein Zimmer. In diesem Zimmer gab es ausser ihrem Bett eine gemütliche Couch und immer wenn meine Eltern ausgehen mussten, dann haben wir bei Marie geschlafen, oft genug auch wenn meine Eltern zuhause waren.




Soviel zur biologischen Familie. Doch es war so toll, jede Menge weitere Grosseltern zu haben!

Leider habe ich gar keine Fotos, aber kürzlich habe ich mal fest in meinem Gedächtnis gekramt und möchte ihnen allen wenigstens ein kleines Gedenken schenken:

Ganz unten - in Parterre - (2 Zimmer und eine Küche) wohnte das Ehepaar Donhauser.
Beide waren gut über 70 - und da sie direkt neben der Haustür wohnten haben wir ihnen bei jedem Kommen einen kleinen Besuch abgestattet.
Sie waren gross und schlank und sehr still. Sie schienen sich immer zu freuen wenn wir kamen, denn sie hatten ihre Wohnungstür immer nur angelehnt - und hatten immer ein paar "Guties" für uns bereit!
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer von den beiden zuerst "gegangen" ist - aber sie begleiten mich durch meine Kindheit!
unser Kinderzimmer





Eine Treppe nach oben in den 1. Stock:

hier wohnte in 2 Zimmern - Frau Tipta. Auch sie weit in den Siebzigern, alleinstehend - eine typische Flüchtlingsfrau. Klein, immer mit Kopftuch - und diesem lustigem : Flichtlichsdialekt!
Sie haben wir besonders oft besucht - denn sie hat für uns immer eine ganz besondere Spezialität zubereitet: Leffelsterz!
Das Rezept weiss ich heute noch: Kartoffeln kochen - durchpressen - mit einem Löffel (oder Leffel wie Frau Tipta sagte) kleine Häufchen aus der Masse stechen - diese in schwimmenden Schweineschmalz ausbacken - und dann in einer Zucker-Mohn-Mischung wälzen!
Ich habe es später versucht - aber nie mehr hat ein Leffelsterz so gut geschmeckt wie bei Frau Tipta!


Unser Wohnzimmer - mit Vatis geliebter Hammond-Orgel
auf dem gleichen Stockwerk: Frau Todt!
Sie war -glaube ich- die älteste Hausbewohnerin, damals gut über 80! Wir, meine Schwester und ich, haben alle Hausbewohner mit Frau/Herr und dem Namen angesprochen - aber geduzt. Ihren Namen haben wir immer nur geflüstert - es war uns ziemlich unheimlich, dass jemand "tot" heissen kann!
Auch Frau Todt sprach das deutsch in welchem es weder Üs noch Ös noch Äs gibt!
Einmal musste mein Vater zu einer Veranstaltung während am Radio ein Fussballspiel lief und er hat Frau Todt gebeten sich das Spiel anzuhören und ihm dann zu sagen wie es ausgegangen ist.
Als er nach Hause kam wartete Frau Todt schon am Flur um ihm strahlend mitzuteilen:
"ausgegangen ist eins-zu-null-zu-eins! Aber weiss ich nicht fier wen!" :-)

Ebenfalls im ersten Stock lebte Frau Mühlberger.
Sie war die klassische "alte Jungfer"! Sie hat nie jemanden in ihre Wohnung gelassen, und es roch immer ein bisschen seltsam vor ihrer Tür. Wie wir später feststellten, war sie das was man heute einen Messie nennt. Ausserdem war sie bissig und unfreundlich - ABER sie hatte ein Klavier!
Frau Mühlberger - in ihrem "früheren" Leben Klavierlehrerin spielte oft - und zum niederknieen schön!
Wann immer sie im Klavier sass, wurde es sehr still im Haus, und viele Bewohner öffneten ihre Türen um besser hören zu können!
Frau Mühlberger hat immer so getan als würde sie das nicht bemerken - aber ich glaube sie wusste das sehr wohl - und es hat sie gefreut!

Unser Wohnzimmer

der zweite Stock
war wie gesagt
bewohnt von den
drei Generationen der Schlichtingers!











und ganz oben im 3. Stock wo Marie ihr Zimmer hatte
wohnte ein älteres Ehepaar: die Käsbergers!
Auch hier - besonders wenn wir "oben" bei Marie schliefen - wir gingen nie zu Bett ohne schnell mal an ihrer Tür zu klopfen und "Gute Nacht" zu rufen!

die "Musiktruhe"





Das Haus in der Spiegelgasse hatte riesige Flure auf jedem Stockwerk!
und diese Flure waren für meine Schwester und mich: Spielplatz, Garten, Theater, Ballsaal - alles in EINEM!






Und das Tollste:
Wir hatten immer Zuschauer!

Wir haben Stühle aufgestellt, und alle eingeladen teilzunehmen an den neuesten Aufführungen des Kasperltheaters, den neuesten Turnvorführungen (Opa hatte an der Decke eine Schaukel montiert - und wir hatten sogar eine richtige Turnmatte! Am Fasching gabs Kostüme und Tanz - und an Weihnachten das Krippenspiel!
Mutti hat immer für alle Zuschauer Kaffee und Kuchen gemacht - und so waren unsere Aufführungen gern besucht! :-)

In diesem Haus war niemals jemand allein!

1965 haben meine Eltern gebaut in der Margaretenau, und wir sind umgezogen.
Aber da meine Oma bis zu ihrem Tod (1972) in der Spiegelgasse wohnen blieb - habe ich nie den Kontakt verloren zu den "anderen Omas".

1980 bin ich in die Spiegelgasse zurückgezogen (in die ehemalige Wohnung meiner Eltern) - und selbst da haben Frau Todt und Frau Mühlberger noch gelebt - immer noch in den gleichen Zimmern!

Heute sind sie alle schon gegangen - aber in meiner Erinnerung leben sie weiter -
und ich hoffe, dass sie im Himmel genauso eine nette Hausgemeinschaft haben!





Donnerstag, 30. Januar 2014

Gabi Malinas - und der Tierschutz in Rumänien

meine Freundin Gabi 
Gabriela Malinas



kennengelernt habe ich Gabi vor 24 Jahren!

als ich Anfang der 90er Jahre mit dem Roten Kreuz
nach Rumänien (Bistrita) kam.


Gabi hat uns alle nicht nur beherbergt,
sondern sie hat für uns gedolmetscht,
sie hat uns in die Kinderheime und Waisenhäuser begleitet,
sie hat Zoll- und Einfuhrformalitäten für uns erledigt, 

Gabi war Anlaufstelle in 1000 Notsituationen!

Gabi war immer für uns da!




Wir die "Menschen-Schützer" von der Rumänienhilfe haben zwar bemerkt, dass es unzählige Strassenhunde gibt, und auch sonst der Tierschutz eher klein geschrieben wird in Rumänien, aber .....

.. aber Gabi hat sich schon sehr bald nicht nur den verlassnen Kindern sondern mit grosser Kraft und Hingabe auch den verlassenen Hunden gewidmet!





Am Anfang hat sie 2 davon bei sich selber aufgenommen, aber in zunehmendem Maße sich auch um die angenommen, um die sich niemand kümmern wollte.







Bereits in den 90er Jahren bat mich Gabi ihr behilflich zu sein ihr einen Pferdeanhänger zu organisieren, da sie (und ihre Freunde) ein altes ausgedientes und misshandeltes Arbeitspferd, welches sie von einem Bauern abgekauft hatten nicht wussten wie sie es denn nun transportieren könnten.








Eins dieser Pferde - einst voll Wunden und halb verhungert- darf nun auf Gabis eigene Kosten einen ruhigen Pferderuhestand geniessen!








Ich habe Gabi schon mehrmal damit aufgezogen, dass sie soviel Kraft und Zeit investiert in den Tierschutz, wo es doch in Rumänien noch so viele bedürftige Menschen gibt...

aber Gabi hat mich mit einem einzigem Satz schachmatt gesetzt:
"Weisst du, die Tiere sind so hilflos"

Ja Gabi, sie sind hilflos - aber sie haben einen wunderbaren Anwalt an ihrer Seite:
Gabi Malinas - meine geliebte Freundin!




Wer mehr über Gabi wissen möchte, oder ihr vielleicht zur Seite stehen möchte, Gabi hat eine Seite bei Facebook (https://www.facebook.com/gabriela.malinas)
und freut sich über jede Hilfe!

Für die absolute Integrität von Gabi kann ich mich nach fast 25 Jahren Freundschaft und gemeinschaftlichem Kampf für die "Hilflosen" verbürgen!

Gabi, ich bin stolz und glücklich deine Freundin zu sein
Uschy